Schnarchen allein weist meist nicht auf eine Erkrankung hin. Wiederholte Atempausen, nächtliches Luftschnappen und starke Müdigkeit am Tag sprechen eher für eine obstruktive Schlafapnoe: Dabei verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege zeitweise.
An diesen Anzeichen allein kannst du nicht sicher erkennen, ob du Schlafapnoe hast. Lass wiederholte Atempausen, nächtliches Luftschnappen oder anhaltende Schläfrigkeit ärztlich abklären.
Woran Schlafapnoe auffällt
Bei einer obstruktiven Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf wiederholt aus oder wird sehr flach. Betroffene wachen dabei oft nur kurz auf und erinnern sich morgens nicht daran. Eine Partnerin oder ein Partner bemerkt die Atempausen manchmal zuerst.
Auffällig ist besonders die Kombination aus lautem Schnarchen, Atempausen und anschließendem Schnappen, Würgen oder Luftschnappen. Auch häufiges Aufwachen kann dazugehören. Betroffene sind tagsüber trotz ausreichender Schlafzeit oft müde, können sich schlecht konzentrieren oder ungewollt einnicken.
Weitere mögliche Hinweise sind morgendliche Kopfschmerzen, ein trockener Mund nach dem Aufwachen, nächtliches Schwitzen, häufiges Wasserlassen oder das Erwachen mit Herzklopfen und Luftnot. Diese Beschwerden kommen auch aus anderen Gründen vor. Sie allein zeigen nicht, dass eine Schlafapnoe vorliegt.
Wann Atempausen bedenklich sind
Lass es ärztlich abklären, wenn wiederholt Atempausen beobachtet werden oder du nachts regelmäßig nach Luft ringst. Auch ausgeprägte Tagesschläfrigkeit zählt, selbst wenn niemand Atempausen beobachtet hat. Umgekehrt schließt fehlende Müdigkeit eine Schlafapnoe nicht sicher aus: Nicht alle Betroffenen nehmen die eigene Schläfrigkeit als ungewöhnlich wahr.
Einzelne kurze Atempausen ohne weitere Beschwerden sind in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Es gibt keine feste Zahl von Atempausen, anhand derer du selbst entscheiden kannst, ob eine Untersuchung nötig ist. Entscheidend ist, ob Auffälligkeiten wiederkehren oder Beschwerden im Alltag anhalten.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Vereinbare einen Termin in der Hausarztpraxis, wenn wiederholt Atempausen beobachtet werden. Das gilt auch, wenn du nachts regelmäßig nach Luft schnappst oder tagsüber anhaltend stark müde bist. Auch die Beobachtungen einer Bettpartnerin oder eines Bettpartners helfen bei der Einschätzung. Notiere bei Bedarf, was nachts auffällt und wie sich die Müdigkeit am Tag bemerkbar macht.
Tagesschläfrigkeit ist im Straßenverkehr besonders gefährlich. Wer am Steuer schläfrig wird oder ungewollt einnicken könnte, sollte nicht selbst fahren, bis die Situation geklärt ist. Tagesschläfrigkeit beeinträchtigt die Aufmerksamkeit und erhöht bei Schlafapnoe das Unfallrisiko. Sie kann allerdings auch andere Ursachen haben, weshalb eine ärztliche Einschätzung sinnvoll ist.
So wird Schlafapnoe diagnostiziert
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beobachtungen in der Nacht, deinem Schlaf und Beschwerden am Tag. Außerdem untersucht sie oder er dich körperlich. Je nach Verdacht misst ein tragbares Gerät über Nacht unter anderem deine Atmung und deinen Puls. Es erfasst auch den Sauerstoffgehalt im Blut. Wenn weitere Untersuchungen nötig sind, kann eine Messung im Schlaflabor folgen.
Für die Diagnose zählen die Messwerte zusammen mit deinen Beschwerden und der ärztlichen Untersuchung. Das Schnarchgeräusch allein reicht nicht aus. Auch eine Liste von Symptomen kann Schlafapnoe weder sicher bestätigen noch ausschließen. Eine Messung hilft, den Verdacht zu prüfen und die Atemstörungen einzuordnen.
Folgen unbehandelter Schlafapnoe
Unbehandelte Schlafapnoe kann den Schlaf stören und die Aufmerksamkeit am Tag beeinträchtigen. Schlafapnoe hängt außerdem mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen. Das bedeutet nicht, dass solche Erkrankungen bei jeder betroffenen Person entstehen. Die Abklärung hilft, das persönliche Risiko einzuordnen und bei Bedarf passende Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.