Saubere, trockene Hände, passende Teststreifen und eine Blutprobe nach Gebrauchsanweisung helfen, zuhause zuverlässige Blutzuckerwerte zu messen. Zuckerreste an den Fingern verfälschen das Ergebnis ebenso wie feuchte Teststreifen oder zu wenig Blut.
Auch wenn Sie das Gerät richtig anwenden, kann ein einzelner Messwert wegen der begrenzten Messgenauigkeit abweichen. Prüfen Sie bei einem überraschenden Ergebnis zuerst, ob Sie das Gerät richtig angewendet haben. Wiederholen Sie die Messung bei Bedarf nach Gebrauchsanweisung.
Hände waschen und trocknen
Waschen Sie Ihre Hände vor der Messung mit Wasser und Seife und trocknen Sie sie gründlich ab. Schon kleine Lebensmittelreste, etwa von Obst oder Saft, können den Messwert nach oben verfälschen. Nach dem Schneiden von Obst oder dem Essen sollten Sie deshalb nicht direkt messen.
Eine Untersuchung mit 123 Menschen mit Diabetes zeigte, wie stark Zuckerreste stören: Nach Kontakt mit Obst wich der erste Blutstropfen bei 88 Prozent der Teilnehmenden um mindestens zehn Prozent von der Kontrollmessung ab. Auch der zweite Tropfen war nicht immer zuverlässig. Händewaschen ist deshalb die sicherste Vorbereitung. Feuchte Finger können ebenfalls Probleme verursachen, etwa wenn noch Wasser oder Seife auf der Haut ist.
Wenn Sie die Hände gewaschen und getrocknet haben, halten Sie sich an die Tropfenfolge in der Anleitung Ihres Geräts. Eine Auswertung von 23 Studien fand im Durchschnitt keinen bedeutsamen Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Tropfen. Wenn Sie die Hände nicht waschen können, verlassen Sie sich besonders nach Kontakt mit Essen oder Obst nicht darauf, dass der nächste Tropfen nach dem Abwischen des ersten sauber ist.
Teststreifen passend lagern
Verwenden Sie nur Teststreifen, die für Ihr Messgerät vorgesehen sind. Prüfen Sie das Haltbarkeitsdatum und verwenden Sie keine Streifen, die beschädigt sind oder Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Verschließen Sie die Dose nach der Entnahme sofort wieder und lagern Sie die Streifen so, wie es der Hersteller vorgibt. Hitze und Feuchtigkeit können die Messergebnisse beeinträchtigen.
Auch die Haltbarkeit nach dem Öffnen kann je nach Produkt unterschiedlich sein. Orientieren Sie sich an den Angaben auf der Verpackung und in der Gebrauchsanweisung. Wenn Sie eine neue Dose öffnen, prüfen Sie, ob Ihr Gerät laut Anleitung eine Kontrolle mit Kontrolllösung vorsieht. Diese Lösung prüft, ob Messgerät und Streifen zusammen funktionieren. Sie ersetzt keine Messung mit Blut.
Blutprobe richtig entnehmen
Stechen Sie, wenn die Anleitung Ihres Geräts nichts anderes vorgibt, seitlich in die Fingerkuppe. Diese Stelle ist oft weniger empfindlich als die Mitte der Fingerbeere. Wechseln Sie die Einstichstellen regelmäßig, damit dieselbe Stelle nicht immer wieder belastet wird.
Geben Sie den Blutstropfen in der vorgesehenen Menge auf den Teststreifen. Zu wenig Blut kann einen ungenauen Wert ergeben, auch wenn das Gerät nicht jedes Mal eine Fehlermeldung anzeigt. Pressen Sie den Finger nicht kräftig aus: Starker Druck kann das Ergebnis beeinflussen. Bei wenig Blut richten Sie sich nach der Geräteanleitung oder einer persönlichen Einweisung, denn die Geräte unterscheiden sich darin, wie Sie den Blutfluss unterstützen sollen.
Alternative Messstellen richtig einschätzen
Manche Geräte erlauben die Messung an Stellen wie Unterarm oder Handfläche. Bei raschen Veränderungen des Blutzuckers kann der Messwert an diesen Stellen verzögert reagieren. Ob eine alternative Stelle zulässig ist, hängt außerdem vom jeweiligen Gerät ab.
Messen Sie an der Fingerkuppe, wenn Sie eine Unterzuckerung vermuten, nach dem Essen oder einer Insulingabe, nach Bewegung oder wenn Sie krank sind oder sich gestresst fühlen. Das gilt auch, wenn der Messwert nicht zu Ihrem Befinden passt. Folgen Sie dabei den individuellen medizinischen Anweisungen, die Sie erhalten haben.
Gerät und Umgebung prüfen
Extreme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit können Messgerät und Teststreifen beeinträchtigen. Lassen Sie das Gerät und die Streifen daher nicht an Orten liegen, an denen sie stark erhitzen, auskühlen oder feucht werden. Wie lange Sie nach einem starken Temperaturwechsel warten müssen, hängt vom Gerät ab. Prüfen Sie vor der Messung die Herstellerangaben.
Auch bestimmte körperliche Bedingungen sowie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel können je nach Messgerät eine Rolle spielen. Die Hinweise dazu stehen in der Gebrauchsanweisung. Wenn Sie ein neues Medikament einnehmen und wiederholt ungewöhnliche Werte erhalten, besprechen Sie die Messwerte und die Herstellerhinweise mit einer medizinischen Fachperson.
Überraschende Werte überprüfen
Wenn ein Ergebnis unerwartet ist, waschen und trocknen Sie die Hände und wiederholen Sie die Messung nach Anleitung mit einem neuen Teststreifen. Prüfen Sie dabei auch das Haltbarkeitsdatum und die Lagerung der Streifen. Ist der Wert weiterhin ungewöhnlich oder passt er nicht zu Ihrem Befinden, ignorieren Sie ihn nicht. Halten Sie sich an Ihre persönlichen medizinischen Anweisungen und holen Sie bei Bedarf medizinischen Rat ein.
Eine für Ihr Gerät vorgesehene Kontrolllösung kann helfen, Messgerät und Streifen zu prüfen, etwa nach einem Sturz des Geräts oder bei wiederholt unplausiblen Ergebnissen. Nehmen Sie das Gerät zu einem vereinbarten Termin mit. Eine medizinische Fachperson kann Ihre Anwendung beobachten und bei Bedarf Ihre Werte mit einem Laborwert vergleichen.
Einzelne Messwerte richtig einordnen
Ein einzelner Wert muss nicht mit einem Laborwert übereinstimmen. Die internationale Norm ISO 15197:2013 legt fest, wie genau geprüfte Messsysteme sein müssen: Mindestens 95 Prozent der Werte sollen bei niedrigeren Messwerten höchstens 15 mg/dl und ab 100 mg/dl höchstens 15 Prozent vom Vergleichswert abweichen. Diese Anforderungen gelten für Messsysteme unter Prüfbedingungen. Sie bedeuten nicht, dass jeder einzelne Wert innerhalb dieser Grenzen liegt.
Bereiten Sie die Messung deshalb sorgfältig vor und wenden Sie das Gerät immer auf dieselbe Weise an. Wenn Werte wiederholt auffällig sind, prüfen Sie die Anwendung und besprechen Sie die Ergebnisse mit einer medizinischen Fachperson. Messhäufigkeit und Zielwerte hängen von der persönlichen Situation und der vereinbarten Behandlung ab.