Ein gespannter oder aufgeblähter Bauch nach dem Essen entsteht häufig durch geschluckte Luft. Gase bei der Verdauung und ein starkes Völlegefühl sind weitere häufige Ursachen. Gehen Sie zunächst langsam spazieren und trinken Sie keine weiteren kohlensäurehaltigen Getränke. Dass diese Maßnahmen sofort und zuverlässig helfen, ist nicht belegt.
Treten die Beschwerden regelmäßig auf, beobachten Sie mögliche Auslöser, statt vorsorglich viele Lebensmittel zu meiden. Ein einzelner Blähbauch beweist weder eine Unverträglichkeit noch eine Erkrankung.
Warum der Bauch aufgebläht ist
Beim Essen und Trinken gelangt immer etwas Luft in den Verdauungstrakt. Hastiges Essen, Kaugummikauen und kohlensäurehaltige Getränke erhöhen die geschluckte Luftmenge. Langsamer zu essen und Sprudel wegzulassen, verhindert zusätzliche Luftaufnahme, beseitigt bereits vorhandene Beschwerden aber nicht unbedingt sofort.
Auch Darmbakterien bilden Gas. Sie bauen Kohlenhydrate ab, die der Dünndarm nicht vollständig aufnimmt. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Zucker und Ballaststoffe. Hülsenfrüchte und einige Kohlsorten können bei manchen Menschen Beschwerden auslösen. Das gilt auch für Äpfel, Birnen und Pfirsiche. Milchprodukte oder Produkte mit den Zuckeraustauschstoffen Sorbit und Xylit kommen ebenfalls infrage. Die Reaktion ist individuell; diese Lebensmittel sind keine allgemeine Verbotsliste.
Auch eine große Mahlzeit oder Verstopfung kann den Bauch füllen. Druck oder Völlegefühl bedeutet nicht unbedingt, dass der Bauchumfang sichtbar zunimmt. Bei Verstopfung hilft es möglicherweise, die Ursache gezielt zu behandeln. Hafer und Leinsamen enthalten lösliche Ballaststoffe, lindern die Beschwerden aber nicht schnell. Wenn Sie plötzlich mehr Ballaststoffe essen, bilden sich bei manchen Menschen sogar mehr Gase.
Erste Schritte gegen den Blähbauch
Ein ruhiger Spaziergang nach dem Essen ist einen Versuch wert. In einer Studie gingen 94 Personen vier Wochen lang nach jeder Mahlzeit 10 bis 15 Minuten langsam spazieren. Ihr Völlegefühl und Blähgefühl im Oberbauch besserten sich stärker als bei der Kontrollgruppe. Die Studie zeigt aber nicht, dass ein einzelner Spaziergang den Blähbauch sofort lindert. Wer sich dabei unwohl fühlt, sollte das Tempo reduzieren oder sich ausruhen.
Trinken Sie zunächst keine weiteren kohlensäurehaltigen Getränke und essen Sie langsam weiter. Wenn Sie gründlich kauen, schlucken Sie beim Essen möglicherweise weniger Luft. Eine sanfte Bauchmassage von rechts nach links wird bei feststeckender Luft empfohlen, ihre Wirkung gegen einen Blähbauch direkt nach dem Essen ist jedoch nicht zuverlässig belegt.
Simeticon ist ein rezeptfreies Mittel, zu dem eine Apotheke beraten kann. Die Wirkung von Simeticon bei funktionellem Blähbauch ist nicht ausreichend belegt. Fragen Sie in der Apotheke nach, ob das Mittel für Sie geeignet ist, und beachten Sie die Packungsbeilage.
Wiederkehrende Auslöser erkennen
Notieren Sie eine Zeit lang, was Sie essen und trinken und wann Beschwerden auftreten. So erkennen Sie leichter, ob sie wiederholt nach bestimmten Lebensmitteln auftreten, etwa nach Milchprodukten oder bestimmten Obstsorten. Ein Ernährungstagebuch hilft beim Beobachten, stellt aber keine Diagnose.
Streichen Sie nicht vorsorglich zahlreiche Lebensmittel. Wenn Sie nach Milchprodukten wiederholt Beschwerden haben, könnte eine Laktoseintoleranz dahinterstecken. Wie viel Milchzucker Betroffene vertragen und wann Beschwerden auftreten, ist unterschiedlich. Lassen Sie den Verdacht ärztlich abklären, bevor Sie Ihre Ernährung dauerhaft umstellen. Bei einer Low-FODMAP-Diät schränken Sie bestimmte Kohlenhydrate, die Darmbakterien vergären, zeitweise ein und nehmen sie später schrittweise wieder in den Speiseplan auf. Diese Diät hilft nicht als Sofortmaßnahme gegen einen einzelnen Blähbauch. Bei anhaltenden funktionellen Beschwerden sollten Sie sie nur mit fachlicher Beratung durchführen.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Gelegentliche Blähungen nach einer Mahlzeit sind häufig. Lassen Sie wiederkehrende, anhaltende oder veränderte Beschwerden ärztlich abklären, besonders wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren oder Blut im Stuhl bemerken. Bei starken oder plötzlich einsetzenden Schmerzen oder bei Erbrechen brauchen Sie dringend medizinische Hilfe. Das gilt auch, wenn weder Stuhl noch Luft abgeht.