Ein Gehstock muss zu Ihrer Körpergröße und Ihrer Hand passen und Ihnen genug Halt geben. Stellen Sie ihn im aufrechten Stand so ein, dass der Griff etwa auf Höhe des Handgelenks liegt und der Ellbogen beim Umfassen leicht gebeugt bleibt.
Probieren Sie den Griff und die Form des Stocks beim Gehen aus. Der Stock passt, wenn Sie damit sicher gehen und ihn kontrolliert führen können. Bei deutlichen Gleichgewichts- oder Koordinationsproblemen sollte eine Fachperson prüfen, ob eine andere Gehhilfe besser geeignet ist. Das gilt auch bei starker Schwäche oder Schmerzen.
Höhe richtig einstellen
Stellen Sie den Stock mit den Schuhen ein, die Sie im Alltag tragen, und stehen Sie dabei aufrecht mit locker hängendem Arm. Der Griff sollte ungefähr auf Höhe des Handgelenks liegen. Wenn Sie ihn umfassen, bleibt der Ellbogen leicht gebeugt. So müssen Sie sich weder zum Stock hinunterbeugen noch den Arm durchstrecken.
Holzstöcke werden meist auf die passende Länge gekürzt. Viele Modelle aus Metall lassen sich stufenweise verstellen. Prüfen Sie nach dem Einstellen, ob die Verriegelung sicher eingerastet ist. Fühlt sich die Höhe beim Gehen unnatürlich an, lassen Sie sie kontrollieren, zum Beispiel in einem Sanitätshaus oder durch eine medizinische Fachperson.
Den passenden Griff wählen
Der Griff muss sich sicher umfassen lassen, ohne unangenehm in Hand oder Handgelenk zu drücken. Probieren Sie verschiedene Formen mit der Hand aus, mit der Sie den Stock führen möchten. Ein kurzer Gang mit dem Stock zeigt oft besser als ein Blick auf die Form, ob der Griff bequem sitzt.
Rundgriffe sind einfach geformt. Fritz- und Derbygriffe bieten eine andere Auflage für die Hand; einen Derbygriff können Sie zudem an einer Stuhllehne oder am Unterarm einhängen. Fischer- und anatomische Griffe haben eine stärker geformte Auflagefläche. Sie sind meist für eine bestimmte Hand vorgesehen. Achten Sie bei solchen Modellen darauf, dass die Form zur richtigen Seite passt.
Welche Griffform am besten passt, hängt von Ihrer Hand ab. Achten Sie darauf, den Stock kontrolliert halten zu können, ohne dass Ihre Hand bei längerem Gehen unangenehm belastet wird.
Material und Bauform abwägen
Holzstöcke sind meist nicht verstellbar und werden passend gekürzt. Stöcke aus Aluminium oder anderen Leichtmetallen lassen sich häufig in der Höhe verstellen. Carbon kommt ebenfalls bei verstellbaren Modellen vor. Das Material wirkt sich vor allem auf das Gewicht aus. Einen leichten Stock können Sie leichter mitnehmen. Prüfen Sie trotzdem das konkrete Modell in der Hand, denn Gewicht und Bauform unterscheiden sich.
Ein Faltstock lässt sich kompakt verstauen und eignet sich für Situationen, in denen Sie den Stock nur gelegentlich brauchen oder mitnehmen möchten. Kontrollieren Sie vor dem Kauf die Faltstellen und Verbindungen. Mehrfußstöcke haben eine größere Standfläche und können selbstständig stehen. Sie sind schwerer und ihre nach außen ragenden Füße können beim Gehen oder auf Treppen stören. Zusätzliche Füße bedeuten daher nicht automatisch, dass ein Modell für Sie sicherer ist.
Sicherheitsmerkmale prüfen
Am unteren Ende des Stocks sitzt ein Gummipuffer, der auf dem Boden Halt gibt. Tauschen Sie ihn aus, wenn er abgenutzt ist oder Risse hat. Auch ein lockerer Sitz ist ein Grund zum Austausch. Für winterliche Bedingungen gibt es Modelle mit Spikes. Achten Sie darauf, dass die Ausstattung zum geplanten Einsatz passt und der Hersteller die Verwendung so vorsieht.
Kontrollieren Sie einen höhenverstellbaren Stock vor der Benutzung auf eine eingerastete Verriegelung. Griff, Schaft und Verbindungen dürfen nicht wackeln oder klappern. Bei einem Faltstock sollten die Verbindungen fest sitzen und beim Falten keine auffälligen Geräusche machen. Halten Sie sich bei Tragfähigkeit und Nutzung an die Angaben des Herstellers.
Den Gehstock im Alltag nutzen
Wenn Sie den Stock oft nutzen, sollte er bequem in der Hand liegen, leicht genug sein und die richtige Höhe haben. Wenn Sie den Stock häufig mitnehmen, kann ein Faltmodell praktisch sein. Prüfen Sie, ob sich der Stock in Ihrer Wohnung, beim Einkaufen und draußen auf den üblichen Böden sicher aufsetzen lässt. Bei Treppen kommt es auf eine sichere Handhabung an; lassen Sie sich die Technik zeigen, wenn Sie dabei unsicher sind.
Ein Gehstock wird üblicherweise auf der Gegenseite des schwächeren oder verletzten Beins geführt. Setzen Sie den Stock und das schwächere Bein gleichzeitig nach vorn. Danach folgt das stärkere Bein. Wenn eine medizinische Fachperson Ihnen eine andere Technik gezeigt hat, folgen Sie dieser Anweisung. Wenn Sie sich bei dieser Bewegung unsicher fühlen, lassen Sie sich die passende Technik zeigen, statt sie allein zu üben.
Wann ein Stock nicht reicht
Sie brauchen genug Kraft und Gleichgewicht, um den Stock zu führen und Ihr Gewicht beim Gehen zu verlagern. Wenn Sie häufig das Gleichgewicht verlieren, beim Gehen stark ermüden oder zunehmend gebeugt gehen, sollte geprüft werden, ob eine andere Gehhilfe mehr Unterstützung bietet. Dasselbe gilt, wenn Schmerzen oder Unsicherheit zunehmen.
Mehrfußstöcke kommen für manche Menschen infrage, bringen aber mehr Gewicht und Einschränkungen auf Treppen mit sich. Ihre Eignung hängt davon ab, wie sicher Sie gehen und wo Sie den Stock einsetzen. Lassen Sie sich bei Unsicherheit beraten und probieren Sie das Modell unter sicheren Bedingungen aus.