Bei Neurodermitis ist die natürliche Schutzschicht der Haut gestört. Sie verliert leichter Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf Reizstoffe. Regelmäßig aufgetragene Basispflege – Creme, Lotion oder Salbe – versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und Fett und begrenzt den Wasserverlust.
Welche Pflege passt, hängt davon ab, wie trocken die Haut ist, welche Körperstelle betroffen ist und ob sich das Produkt gut im Alltag verwenden lässt. Keine Marke und keine Rezeptur ist für alle am besten. Wichtig ist, dass die Haut das Produkt verträgt und Sie es regelmäßig anwenden.
Hautbarriere bei Neurodermitis pflegen
Die Hautbarriere ist die äußere Schutzschicht der Haut. Bei Neurodermitis hält sie Feuchtigkeit schlechter in der Haut und lässt Reizstoffe und Allergene leichter eindringen. Basispflege soll den Feuchtigkeitsverlust verringern und die Haut geschmeidig halten.
Verwenden Sie die Pflege regelmäßig, auch wenn gerade weniger Ekzeme sichtbar sind. Cremen Sie die trockene Haut ein und nicht nur einzelne entzündete Stellen. Die Pflege unterstützt die Hautbarriere, behandelt aber keine akute Entzündung.
Welche Inhaltsstoffe die Haut verträgt
Feuchthaltefaktoren wie Glycerin und Harnstoff binden Wasser in der oberen Hautschicht. Harnstoff kann auf entzündeter oder eingerissener Haut brennen. Für Säuglinge ist er ungeeignet. Bei kleinen Kindern kommen, wenn überhaupt, niedrigere Konzentrationen infrage als bei Erwachsenen. Fragen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder in einer Apotheke nach einer passenden Pflege für Kinder oder empfindliche, gereizte Haut.
Duftstoffe, Konservierungsmittel und manche Emulgatoren können die Haut reizen oder Kontaktallergien auslösen. Wenn Sie eine bekannte Kontaktallergie haben, prüfen Sie, ob die Zutatenliste einen Ihrer Auslöser nennt. Verursacht ein Produkt wiederholt Beschwerden, setzen Sie es ab und prüfen Sie die Inhaltsstoffe.
Die Aufschrift „parfümfrei“ bedeutet nicht, dass ein Produkt für jede empfindliche Haut geeignet ist. Eine Untersuchung von mehr als 150 Produkten fand auch in einigen als parfümfrei gekennzeichneten Mitteln Duftstoffe oder andere mögliche Allergene. Das Ergebnis gilt für die untersuchten Produkte und lässt keine allgemeine Aussage über alle Cremes zu. Es zeigt, warum die Zutatenliste und die eigene Reaktion wichtiger sind als ein Werbeversprechen.
Fettgehalt und Konsistenz wählen
Salben enthalten meist mehr Fett und bilden länger einen Schutzfilm auf der Haut. Cremes lassen sich leichter verteilen und ziehen schneller ein. Lotionen sind dünnflüssiger und enthalten mehr Wasser. Keine dieser Formen ist grundsätzlich die beste Wahl.
Bei sehr trockener Haut oder im Winter ist eine fettreichere Pflege oft angenehmer. Bei Wärme sowie an behaarten oder sichtbaren Stellen verwenden viele lieber eine leichtere Creme oder Lotion. Wählen Sie eine Textur, die zum Hautzustand passt und die Sie regelmäßig auftragen. Eine besonders fettreiche Salbe hilft wenig, wenn Sie sie wegen des klebrigen Gefühls kaum verwenden.
„Rückfettung“ bedeutet, dass ein Produkt der Haut Fett zuführt und so den Schutzfilm unterstützt. Reines Öl ersetzt eine Creme oder Lotion nicht unbedingt. Die deutsche Leitlinie weist darauf hin, dass reine Kokos- oder Olivenölprodukte die Haut im Vergleich zu Emulsionen austrocknen und den Wasserverlust erhöhen können.
Pflege richtig anwenden
Tragen Sie die Basispflege regelmäßig und großzügig auf die trockenen Hautbereiche auf. Tupfen Sie die Haut nach dem Baden oder Duschen vorsichtig trocken und cremen Sie sie danach ein. Verteilen Sie das Produkt sanft und reiben Sie nicht kräftig.
Wie viel Pflege Sie brauchen, hängt davon ab, wie groß die betroffene Fläche ist und wie die Haut aussieht. Die Leitlinie nennt für eine hochwertige Basispflege einen möglichen Bedarf von bis zu 250 bis 500 Gramm pro Woche. Das ist ein Richtwert und kein persönlicher Dosierplan.
Wenn die Pflege brennt oder die Haut deutlich reizt, verwenden Sie sie nicht einfach weiter. Prüfen Sie, ob ein Inhaltsstoff die Beschwerden auslösen könnte. Bleiben die Beschwerden bestehen, lassen Sie sich zu einer anderen Pflege beraten. Wenn Sie gleichzeitig ein Arzneimittel anwenden, beachten Sie die ärztliche Anweisung oder die Packungsinformation zur Reihenfolge.
Fehler bei der Wahl der Neurodermitis-Creme
Ein hoher Preis, eine bekannte Marke oder ein Werbehinweis wie „dermatologisch getestet“ beweisen nicht, dass eine Creme bei Neurodermitis besser wirkt. Keine bestimmte Marke oder Produktform ist nachweislich allgemein überlegen. Ein Produkt, das einer anderen Person hilft, muss nicht zur eigenen Haut passen.
Dieselbe Konsistenz passt nicht zu jeder Jahreszeit und jeder Körperstelle. Im Winter braucht die Haut möglicherweise mehr Fett als im Sommer. An manchen Körperstellen ist eine leichtere Lotion angenehmer, während trockene Stellen eine reichhaltigere Pflege brauchen.
Wenn ein Schub eine entzündungshemmende Behandlung erfordert, reicht Basispflege allein nicht aus. Holen Sie medizinischen Rat ein, wenn die Entzündung zunimmt oder Beschwerden trotz Pflege anhalten. Alkalische Seifen können die Haut zusätzlich belasten. Waschen Sie sich möglichst mit milden, geeigneten Reinigungsprodukten.