Bei Pickeln im Erwachsenenalter hilft eine sanfte, regelmäßige Pflege, zusätzliche Reizungen zu vermeiden. Zur sanften Pflege gehören eine milde Reinigung und passende Feuchtigkeitspflege. Peelings sollten Sie sparsam verwenden. Eine Pflegeroutine verhindert Akne nicht sicher. Auch Hormone und andere Faktoren spielen bei ihrer Entstehung eine Rolle.
Akne ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Häufiges Waschen und kräftiges Schrubben reizen die Haut eher. Eine einfache Pflegeroutine schont die Haut und beugt zusätzlichen Reizungen vor.
Sanft reinigen
Waschen Sie Ihr Gesicht morgens und abends mit einem milden, nicht scheuernden Reinigungsprodukt. Bei Akne empfiehlt sich ein nicht alkalischer Reiniger, oft als Syndet bezeichnet. Er reinigt ohne die alkalische Wirkung herkömmlicher Seife und reizt die Haut meist weniger. Verwenden Sie dafür die Fingerspitzen und lauwarmes Wasser.
Nach starkem Schwitzen reicht eine zusätzliche sanfte Reinigung; tupfen Sie die Haut anschließend trocken, statt sie mit einem Handtuch zu rubbeln. Make-up sollten Sie abends entfernen, damit keine Produktreste auf der Haut bleiben. Mehrmaliges Waschen über den Tag schützt nicht zusätzlich vor Pickeln und kann die Haut reizen.
Peelings zurückhaltend nutzen
Grobe Peelings, Bürsten und raue Pads können die Haut durch Reibung reizen. Ein Peeling gehört deshalb nicht zwingend in eine Vorbeugungsroutine. Auch Säuren, die abgestorbene Hautzellen lösen, sind nicht für jede Haut geeignet und können Trockenheit oder Rötungen verstärken.
Wenn Sie ein Peeling ausprobieren, beginnen Sie vorsichtig und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert. Verwenden Sie bereits ein Akneprodukt mit einem reizenden Wirkstoff, etwa Benzoylperoxid oder einem Retinoid, holen Sie ärztlichen oder pharmazeutischen Rat ein, bevor Sie zusätzlich peelen. Mehrere austrocknende Produkte gleichzeitig erhöhen das Risiko für Reizungen.
Feuchtigkeit passend wählen
Fühlt sich Ihre Haut trocken oder gespannt an, tragen Sie nach der Reinigung eine leichte Feuchtigkeitspflege auf. Achten Sie auf Hinweise wie „ölfrei“ oder „nicht komedogen“. „Nicht komedogen“ bedeutet, dass ein Produkt möglichst wenig dazu neigt, Poren zu verstopfen. Die Kennzeichnung hilft Ihnen bei der Auswahl. Sie sagt aber nicht sicher voraus, ob Sie das Produkt vertragen.
Feuchtigkeitspflege ist besonders hilfreich, wenn Akneprodukte die Haut austrocknen. Sie müssen Ihre Haut nicht vorsorglich reichhaltig eincremen, wenn sie sich damit unangenehm anfühlt. Draußen schützt ein Sonnenschutzmittel mit breitem UVA- und UVB-Schutz und mindestens Lichtschutzfaktor 30 vor UV-Strahlung.
Ernährung ohne Verbote
Eine bestimmte Ernährung ist nicht ausreichend belegt, um Pickeln allgemein vorzubeugen. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit niedriger glykämischer Last helfen könnte. Damit sind Lebensmittel und Mahlzeiten gemeint, die den Blutzucker weniger stark ansteigen lassen. Eine Übersichtsarbeit fasste mehrere Studien zusammen und fand 2022 in 14 von 18 Beobachtungsstudien einen Zusammenhang zwischen glykämischer Belastung, Süßigkeiten oder Kohlenhydraten und Akne. Solche Studien belegen jedoch nicht, dass diese Lebensmittel Pickel verursachen. Ein Teil der untersuchten Personen war zudem jung, sodass sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf alle Erwachsenen übertragen lassen.
Auch bei Kuhmilch zeigen Beobachtungsstudien mögliche Zusammenhänge. Sie beweisen nicht, dass Milch bei jeder Person Akne auslöst. Für einen pauschalen Verzicht auf Milchprodukte oder andere Lebensmittelgruppen gibt es keine ausreichende Grundlage. Wenn Sie einen persönlichen Zusammenhang vermuten, beobachten Sie Ihre Ernährung und Haut über einen längeren Zeitraum, statt mehrere Lebensmittel gleichzeitig zu streichen. Eine ausgewogene Ernährung ist für Ihre allgemeine Gesundheit sinnvoll.
Häufige Pflegefehler vermeiden
Zu häufiges Waschen, Alkohol in Pflegeprodukten und der Versuch, die Haut möglichst stark auszutrocknen, können sie reizen. Das gilt auch für kräftiges Schrubben. Drücken oder kratzen Sie Pickel möglichst nicht aus: Dadurch kann sich die Entzündung verstärken, und es können dunkle Flecken oder Narben zurückbleiben.
Achten Sie bei Make-up und Pflegeprodukten auf eine leichte, nicht komedogene Formulierung, auch beim Sonnenschutz, und entfernen Sie Make-up am Abend. Führen Sie neue Produkte einzeln ein. So erkennen Sie leichter, ob Ihre Haut ein Produkt nicht verträgt. Außerdem vermeiden Sie, sie gleichzeitig mit mehreren neuen Wirkstoffen zu belasten.
Wann ärztlicher Rat hilft
Eine Pflegeroutine lindert nicht jede Form von Akne. Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn Pickel tief sitzen, schmerzen, Narben hinterlassen oder trotz angepasster Pflege anhalten. Eine Fachperson kann prüfen, ob eine gezielte Behandlung nötig ist.