Pickel und Mitesser treten auch nach der Pubertät auf oder entstehen erstmals im Erwachsenenalter. Häufig ist Akne die Ursache: Talg und abgestorbene Hautzellen verstopfen die Haarfollikel. Dadurch kann sich die Haut entzünden. Bei leichter Akne helfen eine sanfte Pflegeroutine und ein passender Wirkstoff oft mehr als häufiges Waschen oder wechselnde Hausmittel.
Lassen Sie tiefe, schmerzhafte Pickel, Narben oder anhaltende Beschwerden ärztlich abklären. Erste Verbesserungen durch eine Aknebehandlung zeigen sich oft erst nach sechs bis acht Wochen. Geben Sie der Behandlung Zeit und wechseln Sie Produkte nicht schon nach wenigen Tagen.
Warum Akne im Erwachsenenalter entsteht
Akne hängt mit verstopften Poren und Entzündungen zusammen. Hormonelle Veränderungen können die Talgproduktion beeinflussen, etwa rund um die Menstruation, in den Wechseljahren oder nach dem Beginn beziehungsweise Absetzen einer hormonellen Verhütung. Auch eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. Bestimmte Medikamente können Akne ebenfalls begünstigen.
Ölhaltige Haut- und Haarprodukte oder Produkte, die Poren verstopfen, können Pickel verschlimmern. Wählen Sie Pflegeprodukte und Sonnenschutz möglichst mit der Kennzeichnung „nicht komedogen“ (soll die Poren nicht verstopfen) oder „ölfrei“; beim Make-up gilt dieselbe Empfehlung. Stress kann mit Akneschüben zusammenhängen, erklärt die Beschwerden aber nicht allein.
Nicht jeder Ausschlag mit Pickeln ist Akne. Rosazea und die periorale Dermatitis können ähnlich aussehen, brauchen aber eine andere Behandlung. Lassen Sie die Haut ärztlich beurteilen, wenn die Ursache unklar ist oder die Beschwerden trotz passender Pflege anhalten. Sprechen Sie auch über mögliche hormonelle Ursachen, wenn neben der Akne die Perioden deutlich unregelmäßig sind oder ausbleiben. Das gilt ebenso bei stärkerem Haarwuchs im Gesicht oder Haarausfall am Kopf. Akne allein beweist keine Hormonstörung.
Eine einfache Pflegeroutine
Waschen Sie das Gesicht morgens und abends mit einem milden, nicht scheuernden Reiniger. Reinigen Sie es zusätzlich nach starkem Schwitzen. Häufigeres Waschen und kräftiges Schrubben reizen die Haut und lösen verstopfte Poren nicht zuverlässig. Entfernen Sie Make-up vor dem Schlafengehen.
Wenn die Haut durch Akneprodukte trocken oder gereizt wird, hilft eine leichte, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege. Drücken oder kratzen Sie Pickel nicht aus: Das kann Entzündungen verschlimmern und Narben oder dunkle Verfärbungen begünstigen.
Führen Sie neue Akneprodukte einzeln ein und halten Sie sich an die Packungsangabe. So lässt sich besser erkennen, ob die Haut das Mittel verträgt. Manche Wirkstoffe können Sie anfangs nur jeden zweiten Tag auftragen oder nur kurz auf der Haut lassen. Wenn Sie es gut vertragen, steigern Sie die Anwendung. Fragen Sie dazu in der Apotheke oder in einer Hautarztpraxis nach.
Wirkstoffe gegen Akne
Bei leichter bis mäßiger Akne werden unter anderem Benzoylperoxid, Salicylsäure, Azelainsäure und Adapalen eingesetzt. Die Wirkstoffe werden unterschiedlich eingesetzt: Salicylsäure vor allem bei Mitessern, Adapalen bei Mitessern und Pickeln. Benzoylperoxid kann reizen und Textilien ausbleichen. Ob ein Präparat in Deutschland erhältlich ist und ob Sie dafür ein Rezept brauchen, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Lassen Sie sich dazu in einer Apotheke oder ärztlichen Praxis beraten.
Geben Sie einem Produkt sechs bis acht Wochen regelmäßige Anwendung, bevor Sie seine Wirkung beurteilen oder über einen Wechsel nachdenken. Bis die Akne deutlich abheilt, können mehrere Monate vergehen. Bei stärkerer Akne reicht Hautpflege allein häufig nicht aus. Dann ist eine Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt nötig.
Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen, beginnen Sie Aknebehandlungen nicht eigenständig. Insbesondere Retinoide zur Anwendung auf der Haut und bestimmte Antibiotika zum Einnehmen sind in der Schwangerschaft ungeeignet. Lassen Sie die Wahl eines Mittels ärztlich oder pharmazeutisch prüfen.
Hausmittel gegen Akne
Teebaumöl wird gelegentlich gegen Pickel verwendet. Einzelne Studien geben einen Hinweis auf einen möglichen Nutzen, die Belege sind aber begrenzt und reichen nicht aus, um es als Ersatz für etablierte Aknebehandlungen zu empfehlen. Das Öl kann außerdem Rötungen und Hautreizungen auslösen.
Zahnpasta ist keine geeignete Pickelbehandlung. Sie ist nicht für die Aknepflege entwickelt und kann die Haut reizen. Für eine bestimmte Akne-Diät gibt es ebenfalls keine ausreichenden Belege. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit niedriger glykämischer Last manchen Menschen helfen könnte. Dabei steigt der Blutzucker nach dem Essen weniger stark an. Daraus folgt aber keine allgemeingültige Empfehlung, Milchprodukte oder andere Lebensmittel pauschal zu meiden.
Wann Sie zum Hautarzt sollten
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn die Pickel tief oder schmerzhaft sind, Narben entstehen oder dunkle Verfärbungen zurückbleiben. Ärztliche Hilfe ist auch sinnvoll, wenn eine einfache Selbstbehandlung nicht hilft, die Diagnose unklar bleibt oder die Akne Sie psychisch stark belastet. Bei plötzlich schwerer und stark entzündlicher Akne sollten Sie zeitnah medizinische Hilfe suchen.
Eine Hautarztpraxis kann prüfen, ob tatsächlich Akne vorliegt und welche Behandlung zum Hautbild passt. Das hilft besonders, wenn rezeptfreie Pflege nicht ausreicht oder verschreibungspflichtige Mittel infrage kommen. Während einer Schwangerschaft, bei Kinderwunsch oder in der Stillzeit sollten Sie die Behandlung ebenfalls vorher besprechen.